Kinder haben ein Recht darauf, dass ihre individuellen Bildungsprozesse von Erwachsenen wahrgenommen und individuell begleitet werden. Die Grundlagen dazu bieten Beobachtung und Dokumentation, verbindliche Fachaufgaben im Sinne der Bildungspläne sowie wichtige Instrumente, um die anvertrauten Kinder kennen zu lernen, sie besser zu verstehen und sie entwicklungsangemessen zu beteiligen und herauszufordern. Die Beobachtung von Kindern ist nicht nur eine Methode, sondern eine pädagogische Grundhaltung, bedeutet intensive Be-Achtung eines Kindes, verbunden mit individueller Wertschätzung und Ressourcenorientierung.
Prozessorientierte Verfahren wie die Bildungs- und Lerngeschichten und das Portfolio sind gut geeignet, die Themen, Entwicklungsaufgaben und Lernwege der Kinder zu erfassen, mit ihnen das Beobachtete zu teilen und den Kindern zu vermitteln, kompetente Lerner zu sein.
Inhalte:
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Auseinandersetzung mit der eigenen Grundhaltung
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Bewusstmachung: Beobachtung und Dokumentation sind die Grundlage für die professionelle Entwicklungs- und Bildungsbegleitung des Kindes und ein wichtiger Qualitätsbaustein
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Beobachten („Be-achten“) als Beziehungsaufgabe
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Haltung der Wertschätzung und Ressourcenorientierung; „Schatzsuche statt Fehlerfahndung“
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Kennenlernen von geeigneten Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren → Schwerpunkt: offene, ungerichtete Beobachtung am Beispiel der Bildungs- und Lerngeschichten, das Portfolio
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Ein offener, lebendiger und weniger formalisierter Umgang mit der Methode der Lerngeschichten nach Sybille Haas (2016) und Kornelia Schneider (2019)
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Beobachten und Dokumentieren, um Eltern zu beteiligen und teilhaben zu lassen an den Entwicklungsschritten und Interessen ihrer Kinder
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Umsetzungswege im Team entwickeln und konkrete Schritte für die Weiterarbeit in der Praxis planen