Den Alltag öffnen Öffnungsprozesse in der Kindertagesstätte einleiten und weiter entwickeln

In den letzten Jahren hat sich der Blick auf das Kind deutlich verändert: Es wird bewusst als Akteur seiner eigenen Entwicklung wahrgenommen, mit seinem ganz individuellen „inneren Bildungsplan“, der sich im eigenen Tempo, in Gemeinschaft mit anderen Kindern und Erwachsenen entfalten können soll. Der Gesetzgeber sowie die Bildungspläne stellen das Recht des Kindes auf Beteiligung, auf die Orientierung an seinen Bedürfnissen und Interessen in den Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit.

Kinder verbringen heute fast ihren ganzen Tag in der Einrichtung, auf oft relativ engem Raum. Gleichzeitig erleben wir Fachkräfte, die sich überfordert fühlen, aufgrund immer zunehmender vielfacher Erwartungen, gerade auch in Gruppen mit erweiterten Altersmischungen.

Fachkräfte fragen sich: Wie kann ich da allen Kindern gerecht werden?

Es ist an der Zeit, die eigene Pädagogik auf den Prüfstand zu stellen und sich auf „Neues“ einzulassen, ohne das „Alte“ abzuwerten oder gar ganz aufzugeben. Diesen Wandel zu vollziehen, sich behutsam auf neue Gedanken einzulassen, die eigene Berufsrolle neu zu verstehen, ist ein wichtiger Prozess, der gemeinsam im Team gegangen werden muss. Die „Öffnung“ der Arbeit schafft für diesen Blick auf die Kinder und ihre Entwicklung sehr gute Voraussetzungen sowie eine neue spannende Berufsmotivation.

Inhalte:

  • Offene Arbeit“, ein vieldiskutierter Begriff, oft sehr emotional und polarisierend

  • Klärung: Was heißt „Offene Arbeit“? „Teiloffene Arbeit“? Jeder Schritt in Richtung einer Öffnung ist „offene Arbeit“? Organisationsformen

  • „Öffnung“ darf nicht auf äußere Strukturen reduziert werden. „Öffnung“ beginnt im Kopf, nicht an den Türen: Offenheit gegenüber der Individualität des Kindes; Orientierung an den Rechten von Kindern

  • Offen zu arbeiten heißt, dem Recht des Kindes auf eine unbeschwerte Zeit, auf Abenteuerlust und Entdeckerfreude Raum zu geben

  • „Loslassen ist die größte Herausforderung: den Kontrollzwang ablegen und stattdessen Vertrauensvorschuss geben, […], Druck herausnehmen.“ (Lill, Gerlinde 2012)

  • Die Verantwortung bleibt weiterhin bei den Erwachsenen. Sie setzen den Rahmen, schaffen „Möglichkeitsräume.“

  • Raumgestaltung und Materialangebot; Organisation

  • Kommunikation und Entlastung im Team: Unsere Kinder, unsere Räume, unsere gemeinsame Verantwortung statt: meine Kinder, mein Raum….

  • Gemeinsam Ideen entwickeln zur Umsetzung im Alltag